Methodik
Auf Grundlage der für Buckenhof ermittelten Gebäudealtersklassen und der damit einhergehenden Bausubstanz sowie Sanierungszustand und dem Wärmeverbrauch lassen sich Einsparpotenziale darstellen, die sich nach heutigem Stand der Technik durch umfassende Sanierungsmaßnahmen heben lassen.
Von den gut 27 GWh/a, die für Heizung und Warmwasser in Buckenhof jährlich benötigt werden, ließen sich 65 % durch Sanierungsmaßnahmen einsparen, so dass der potenzielle jährliche Wärmebedarf bei knapp 9,5 GWh/a liegen könnte. Zugrunde liegt hier die Annahme, dass alle Gebäude energetisch auf einen flächenbezogenen Wärmebedarf von 50 kWh/m² und Jahr saniert werden. Dies Entspricht der Effizienzklasse B. Das vorhandene Einsparpotenzial zeigt, dass energetische Sanierungen an der Gebäudehülle sehr wichtig sind, um die Differenz zwischen verfügbarer Energie bzw. Wärme aus lokalen erneuerbaren Quellen und dem Wärmeverbrauch/-bedarf zu verkleinern.
Um die Sanierungspotenziale zu heben, sind je nach Baualter der Gebäude und Sanierungszustand der Gebäude unterschiedliche Maßnahmen erforderlich. Hierfür wurden vier Hauptkategorien für Sanierungsempfehlungen entwickelt, die sich im Hinblick auf Baualter, typische Sanierungszyklen und örtlicher Gegebenheiten ergeben. Grundsätzlich gilt, dass zunächst eine energetische Sanierung der Gebäudehülle durchgeführt werden sollte, bevor es zu einem Austausch der Heizung kommt. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Wärmebedarf und somit der Energieverbrauch des Gebäudes minimiert wird und die Heizungsanlage hinsichtlich ihrer Leistung optimal dimensioniert werden kann. Die energetische Sanierung der Gebäudehülle kann in den meisten Fällen problemlos umgesetzt werden, sofern bautechnische, denkmalpflegerische oder baurechtliche Hindernisse nicht auftreten. Zur Planung und sinnvollen Abstimmung von energetischen Sanierungsmaßnahmen wird die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans für jedes Gebäude empfohlen.
Bei der Wahl des Heizungstyps stellen die genannten Anlagen die optimale Lösung im Sinne der Energieeffizienz und Treibhausgasbilanz dar, in dem etwa Heizöl und Erdgas als Energieträger gänzlich wegfallen und durch nachhaltigere Systeme auf Basis erneuerbarer Energien in Form von Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder Nahwärmenetzen ersetzt werden. Demnach sollte etwa die Nutzung von Erdwärme und Grundwasser als Energiequelle für Wärmepumpen in dafür geeigneten Gebieten und bei technischer Machbarkeit gegenüber der Nutzung von Umgebungsluft vorgezogen werden, um höhere Jahresarbeitszahlen der Wärmepumpen zu ermöglichen. Der Betrieb der Wärmepumpen sollte mit einem möglichst hohen Anteil an PV-Strom erfolgen, sofern die Dachflächen dafür geeignet sind. Falls die Nutzung von Wärmepumpen generell nicht möglich ist, wird die Nutzung von Biomasseanlagen, entweder als Einzellösung oder in Form eines Nahwärmenetzes empfohlen. In diesem Fall sollten Solarthermie-Anlagen zur Warmwassererzeugung und zur Heizungsunterstützung zum Einsatz kommen. Die folgenden Tabellen fassen die Sanierungsempfehlungen zusammen und erläutern die Begrifflichkeiten.